Warum noch ein Buch tiber Fiihrung? So beginnen seit vie len Jahren, wenn nicht Jahrzehnten die Bticher tiber das Phiinomen Ftihrung, und jedes Mal fUhrt der Autor - aus seiner Sich- gute Griinde an, warum es einfach noch ein weiteres Buch tiber Fiihrnng geben muss. Alles scheint in der Tat schon gedacht, gesagt und geschrieben. Von Sunzun und Macchiavelli tiber Drucker und Mintzberg bis zu Malik und Sprenger: Die Bibliotheken, die sich mit Ftihrungs btichern fullen lieBen, konnten wir nicht mehr zahlen. Warum also hare ich an dieser Stelle nicht einfach auf, lege me in Buchprojekt zu den Akten und verweise auf die vorhandene Literatur? Weil es trotz der Ftille an Informationen meiner Ansicht nach an kompaktem, verwertbarem Wissen tiber diesen zentralen Gegenstand der Betriebswirtschaftslehre namens "Fiihrnng" mangelt. Offenbar gibt es kein Ideen-und Konzeptdefizit, sondern ein Erkenntnis-, Anwendungs-und Handlungsdefizit - gerade bei den "Usern", den Fiihrungskraften selbst. Wir sind Informa tionsriesen, aber Realisierungszwerge. Fiihrung scheint so schlecht und so problematisch zu sein wie nie zuvor. Die Klagen tiber miserable Manager und demotivierte Mitarbeiter nehmen zu. Nach neuesten Umfragen scheint sich nur einer von zehn Beschaftigten seinem Arbeit geber wirklich verpflichtet zu fuhlen. Scharen von Fiihrungskraften pilgern nach wie vor in Seminare, urn die Essenz guten Fiihrens kennen zu lernen - und in der Unternehmenspraxis bleibt alles beim Alten. Es kommt eben nicht nur auf das Horen und Verstehen, sondern auch auf das Ausprobieren und Umsetzen an.
Die Debatte über die Essenzen guter Führung ist so alt wie die Menschheit. Vor einigen Jahren hieß es, eine gute Führungskraft sollte bestrebt sein, sich selbst überflüssig zu machen. Spätestens seit der Krise der New Economy spricht man davon, dass gute Führung mindestens die Hälfte des Unternehmenserfolgs ausmacht. Welche Führungsansätze sind wichtig und praxisnah, welche kann man eher vernachlässigen? Warum fängt Führung bei der Person der Führungskraft an? Warum gehört der systemischen Führung die Zukunft? Daniel F. Pinnow, Geschäftsführer der renommierten Akademie der Wirtschaft für Führungskräfte der Wirtschaft, zeigt anschaulich, worauf es wirklich ankommt. Seine Sichtweise ist eingebettet in die Erkenntnisse und Erfahrungen anderer Managementautoren und wird abgerundet mit Praxisbeispielen sowie aktuellen Umfragen und Daten.