Wer war Maximillien Robespierre, der nur 36 Jahre alt wurde und mit dessen
Tod auch die französische Revolution ihr Ende fand? Als Robespierre am
5. Februar 1794 die Rednertribüne des Konvents besteigt, um vor den Volksvertretern
die "Prinzipien der politischen Moral, die den Nationalkonvent bei der
inneren Verwaltung der Republik leiten sollen" zu entwickeln, ist die Revolution
bereits in ihr letztes, radikales, blutiges Stadium eingetreten. Nur noch
ein halbes Jahr liegt vor Robespierre, als er mit letzter Reinheit und
Rücksichtslosigkeit seine Vision des republikanischen Staates entwirft.
Ihn zu errichten, wird seine zu tödlichen Feinden gewordenen Mitstreiter
vors Revolutionstribunal zu bringen, an ihrer Spitze Georges-Jacques Danton.
Die Rede vom 5. Februar ist zurecht und in mehrfacher Hinsicht als das
politische Testament Robespierres bezeichnet worden. Hier ist der Begriff
des "Terrors" vollkommen entfaltet und ins politische Programm eingepasst
- als eine Vorform des modernen Totalitarismus. Der Essay von Uwe Schultz,
der den Aufstieg Robespierres nachzeichnet, lässt den Leser in einer Mischung
aus Grauen und Respekt vor einem Mann zurück, dessen grenzenlose Hingabe
an das Volk nur im Tod Tausender und im selbstzerstörerischen Ende ihres
Vollstreckers Erfüllung finden konnte.