Sabine Abt ist als Lyrikerin den Themen und Interessen treu geblieben, die schon in ihrem Erstling fischfarbenprisma Ausdruck fanden: intensives Naturerleben, eindrückliche Reisebilder, überraschende Einblicke ins Innenleben des Individuums. Als Mensch sieht sie mit wachem Auge, als Musikerin schreibt sie mit dem Ohr. Oft lesen sich ihre Texte als rhythmisches Fliessen.
Die Naturbeobachtung kann bis zum Verschmelzen mit der Natur gehen, aber auch zur Umdeutung aus menschlicher Sicht führen. Sabine Abt erlebt die Natur als ständiges Wuchern, Wachsen, Welken, aber auch als reine Schönheit der Formen und Farben. Durch den Klimawandel ist die Natur gefährdet, wird auch zur Bedrohung. Die Autorin interessiert sich für Botanik, Zoologie, Geologie. Mensch und Natur: Dialog, Echo und Spiegelung.
Ein Teil dieser Sammlung ist einem Sabbatical zu verdanken, das der Autorin längere Reisen ermöglichte. Erlebenssatte, sinnliche Gedichte sind entstanden in Island, Spanien, Ägypten, Südafrika. Lyrisches Eintauchen in die Geschichte, in Wüste, Savanne, Urwald; Tag- und Traumbegegnungen mit exotischen Geschöpfen. Auch der Zeithorizont ist weit, etwa in Gedichten zu den Malereien und Ritzzeichnungen der Chauvet-Höhle in Südfrankreich.